99,8 Prozent der Unternehmen in der Schweiz sind KMU

Kleine und mittlere Unternehmen – kurz KMU – sind die Stützen der Schweizer Wirtschaft. Dies hat eine aktuelle Studie der Universität St. Gallen und OBT nun ebenfalls bestätigt. Dabei dominieren Betriebe mit weniger als zehn Mitarbeitenden die Schweizer Unternehmenslandschaft.

Erfolgreiche KMU-Betriebe sind für das Wohlergehen der Schweizer Wirtschaft unverzichtbar. Eine aktuelle Studie der Universität St. Gallen und OBT bestätigt dies. KMU – ein oft genannter Begriff. Doch was umfasst genau diese Abkürzung, die für «kleine und mittlere Unternehmen» steht? Indes: In der Schweiz gibt es dafür keine offizielle Definition. Einzig das Staatssekretariat für Wirtschaft – kurz SECO – legt ein einziges Kriterium zugrunde: nämlich die Anzahl der Beschäftigten. Jedes marktwirtschaftliche Unternehmen wird, unabhängig von seiner Rechtsform und seiner Tätigkeit, als KMU angesehen, sofern dort zwischen einem und 249 Mitarbeitende beschäftigt sind. Dieser Grenzwert wird ebenfalls in der EU zur Unterscheidung zwischen Klein- und Grossunternehmen genutzt.

KMU stellen zwei Drittel der Schweizer Arbeitsplätze

Die kleinen und mittleren Unternehmen spielen für die Schweizer Wirtschaft eine entscheidende Rolle. Vom Maschinenhersteller, der lokalen Werbeagentur bis hin zum IT-Unternehmen bilden KMU 99,8 Prozent aller Unternehmen. Sie beschäftigen dabei rund zwei Drittel der Arbeitnehmer in der Schweiz. Und sie sind damit ein wichtiger Pfeiler beispielsweise in der Ausbildung von Lernenden, unverzichtbar in Sachen Kreativität, Innovation, Wirtschaftswachstum und entsprechend unentbehrlich für den nationalen Wohlstand.

Der Bund hat die Wichtigkeit der KMU in der Schweiz schon lange erkannt. So ist in der Schweizer KMU-Politik das SECO Dreh- und Angelpunkt. Dieses arbeitet zum Wohle der Kleinunternehmen mit zahlreichen Partnern zusammen. Beispielsweise mit der Aussenwirtschaftsförderung Switzerland Global Enterprise oder den vier Bürgschaftsgenossenschaften der Schweiz. Ebenfalls das Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation SBFI leisten ihren Beitrag dazu, dass die KMU ideale Rahmenbedingungen vorfinden. Selbstverständlich dürfen an dieser Stelle wichtige Partner wie Wirtschaftsverbände – beispielsweise der Schweizerische Gewerbeverband, Economiesuisse oder einzelne Branchenverbände – nicht fehlen.

KMU ist nicht gleich KMU

In Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Statistik BfS und dem Unternehmen OBT hat die Universität St. Gallen eine Studie veröffentlicht. Die erhobenen Zahlen zeigen in aller Deutlichkeit, dass nicht grosse Unternehmen ab 250 Mitarbeitenden, sondern sogenannte Kleinstunternehmen mit weniger als zehn Mitarbeitenden die Schweizer Unternehmenslandschaft dominieren – nämlich mit 92,4 Prozent.

Innerhalb der KMU sind jedoch gewaltige Unterschiede feststellbar. So zählen nach Definition der Coiffeur, die Bäckerei, der Malerbetrieb oder die Werbeagentur um die Ecke genauso zu den KMU, wie hochtechnologische Weltmarktführer in der Medizinaltechnik oder international tätige Unternehmen in der Maschinenindustrie.

Bei der Rechtsform der KMU sticht eine besonders hervor: die Einzelfirma. Besonders bei den landwirtschaftlichen Betrieben sind 88 Prozent Einzelfirmen. KMU des Industrie- und Dienstleistungsbereichs hingegen sind häufig als Aktiengesellschaft oder als GmbH organisiert. Mit zunehmender Unternehmensgrösse schwindet die Zahl an Einzelfirmen und tendenziell auch an GmbH.

 

Anteil an KMU innerhalb Europa ähnlich

Die aktuelle Studie der Universität St. Gallen hat ebenfalls das Alter der Geschäftsführung untersucht. Dazu hat sie die Erhebung der Schweizerischen Arbeitskräfteerhebung (SAKE) genutzt. Interessant: Das Ergebnis zeigt, dass über alle Branchen hinweg das Durchschnittsalter der Geschäftsführung bei rund 50 Jahren liegt.

Ein Blick über die Grenzen hinweg zeigt, dass sich der KMU-Anteil in den meisten europäischen Ländern gleicht, bei der Beschäftigtenzahl gibt es jedoch Unterschiede. So beschäftigen beispielsweise Grossunternehmen in Grossbritannien und Deutschland anteilmässig mehr Personen als diejenigen in der Schweiz.

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