Betriebsunterbrechungen sind das Toprisiko für Unternehmen

Eine Unterbrechung des Betriebs kann für Firmen existenzbedrohend sein. Viele Unternehmen sind sich nicht bewusst, wo die Schwachstellen in ihren Produktionsabläufen liegen.

Betriebsunterbrechungen sind bereits seit Jahren das Toprisiko für Unternehmen – und das weltweit. Oft ist den Unternehmen jedoch nicht bewusst, von welchen Stellen im Produktionsprozess ein besonderes Risiko für eine Unterbrechung des Betriebs ausgeht.

Isabelle Güttinger kann hier Klarheit schaffen. Sie ist Beraterin für Betriebsunterbrechungen und Business Continuity Management bei der Allianz Suisse. Güttinger und ihre Kollegen wollen Unternehmen dafür sensibilisieren, bereits vor einer Unterbrechung der Produktion aktiv zu werden. Für Güttinger ist dabei das wichtigste Ziel, Prozesse, Lieferanten und Produktionsmittel zu identifizieren, welche durch einen Ausfall einen grossen Teil des Betriebs lahmlegen könnten. «Risiko-Schlüsselstellen» nennt sie diese Punkte in der Wertschöpfungskette. «Das kann zum Beispiel ein ganz spezieller Facharbeiter sein, der sich als Einziger mit einer hoch entwickelten Maschine auskennt – oder ein ganz besonders wichtiger Lieferant, der für die Herstellung eines Produkts unverzichtbar ist.»

Sie versucht, für Firmen vor allem zwei Fragen zu beantworten: Wie können die Auswirkungen im Falle eines Schadenereignisses möglichst gering gehalten werden? Und wie können Firmen die Dauer einer Betriebsunterbrechung möglichst kurz halten?

Kleineren Firmen hilft oft schon eine Checkliste mit den wichtigsten Punkten, um für den Notfall vorbereitet zu sein. Grössere Unternehmen haben in der Regel einen intensiveren Bedarf an Beratung durch spezialisierte Risikoexperten. Die Beraterin entwirft Szenarien für mögliche Betriebsunterbrechungen und erarbeitet gemeinsam mit den Kunden Vorschläge zu deren Bewältigung. «Natürlich ist es sehr unwahrscheinlich, dass genau jenes Szenario eintreten wird, welches in der Analyse simuliert worden ist. Die Überlegungen helfen jedoch, im Ernstfall rascher zu reagieren.»

Zwar sind viele Unternehmen gegen Betriebsunterbrechung versichert, doch reicht eine Versicherung alleine meist nicht aus. Denn es besteht nur eine Deckung, wenn der Unterbruch durch einen versicherten Sachschaden verursacht worden ist. Das Ziel sollte es sein, versicherungstechnisch abgesichert zu sein und einen Plan B für den Fall der Fälle zu haben. Damit die Arbeit weitergeht – komme, was wolle.