Crowdfunding für Immobilien

Crowdfunding ist grundsätzlich eine traditionelle Anlageform und existiert schon seit vielen Jahrzehnten. Bei der sogenannten Schwarmfinanzierung tun sich mehrere Geldgeber zusammen, um ein grösseres Projekt oder eine kostenintensive Sache gemeinsam zu finanzieren. Ist Crowdfunding die neue Investitionsmethode für nachhaltige Renditen?

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Felix Helling, Gründer und Ideengeber der CROWDLI AG, hatte die Idee einer Crowdfunding-Plattform für Immobilien bereits 2014 als er zusammen mit einem Freund durch Amerika reiste und mit den dortigen bereits bestehenden Plattformen in Berührung kam. Zusammen mit Raphael Hagspiel wurde das Business-Konzept seit Oktober 2015 intensiv ausgearbeitet. Durch Roger Bigger und Reto Fierz als Mitgründer und Sophie Hundertmark als Projektleiterin konnte das ideale Set-Up für die Gründungs- und Realisierungsphase sichergestellt werden.

Crowdfunding ist grundsätzlich eine traditionelle Anlageform und existiert schon seit vielen Jahrzehnten. Bei der sogenannten Schwarmfinanzierung tun sich mehrere Geldgeber zusammen, um ein grösseres Projekt oder eine kostenintensive Sache gemeinsam zu finanzieren. Grund dafür ist meist, dass die einzelnen Investoren nicht über die ausreichenden finanziellen Mittel für teure Investitionen verfügen oder ihr Risiko für ein Projekt verkleinern möchte und sich deshalb mit anderen im Schwarm (Crowd) zusammenschliessen. In der heutigen modernen Zeit ist das Zusammenführen der einzelnen Investoren über das Internet möglich.

Crowdfunding kann in den unterschiedlichen Bereichen stattfinden. Es können soziale oder kulturelle Projekte gefördert werden, wie zum Beispiel ein Kinofilm oder eine Schule in Afrika. Weiterhin findet Crowdfunding auch im wirtschaftlichen Bereich Anwendung. Beispielsweise in Form von Immobilien oder Patenten von KMUs. Im Gegensatz zum Crowdfunding in sozialen Bereichen, findet Crowdfunding im wirtschaftlichen Bereich immer mit dem Ziel Ausschüttungsrenditen oder Beteiligungen zu erhalten, statt.

Seit der Verbreitung des Internets, nimmt auch der Anteil an online getätigten Crowdfunding-Finanzierungen immer mehr zu. Investoren können sich nun unbekannterweise zusammen schliessen und gemeinsam ein grosses Projekt finanzieren, auch wenn sie geographisch weit von einander entfernt sind und sich nicht persönlich kennen.

Crowdfunding und Immobilien

Eine der beliebtesten Formen beim Crowdfunding ist die direkte Investition in Immobilienkapitalanlagen. Hierbei werden mehrere Investoren Miteigentümer einer Immobilie und erhalten einen Eintrag anteilig ihrer Wertquote ins Grundbuch. In der Regel sind dies klassische Immobilienkapitalanlagen, in Form eines Mehrfamilienhauses oder eines Gewerbeobjektes. In der Schweiz ist das Miteigentum schon seit vielen Jahren im ZGB unter Artikel 646ff. klar geregelt, sodass Pensionskassen oder vermögende Privatpersonen sich schon in der Vergangenheit zusammen tun konnten, um gemeinsam Immobilien zu erwerben.

Das klassische Mehrfamilienhaus ist eine gute Kapitalanlage, da es konstante Erträge generiert. Wird eine Wohnung leer, so findet sich im heutigen Marktumfeld zeitnah wieder ein neuer Mieter. Weiterhin partizipiert der Investor an der Wertentwicklung des Objektes. Im Gegensatz zu einem Immobilien-Aktienfond, welche aktuell Agios zwischen 20 und 30% haben, erwerben die Investoren direkt eine Liegenschaft zum Marktwert.

Durch die schlankere Struktur kann der Investor beim Crowdfunding mit höheren Renditen rechnen als beispielsweise in den übrigen Anlageklassen, da auf ein kompliziertes Honorarmodell verzichtet wird.

Einen Vergleich dazu zeigt die folgende Grafik.

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Die CROWDLI AG will das Crowdfunding von Immobilien fördern und lancierte dazu im Januar 2017 die Online-Plattform CROWDLI.CH.Dank dem Internetportal können sich Kapitalgeber schweizweit finden und gemeinsam in nachhaltige Renditeliegenschaften investieren. Die Investoren, die bei CROWDLI ein Mehrfamilienhaus im Schwarm kaufen, sind sich dem Vorteil einer gemeinsamen Investition bewusst. Beim Alleinkauf einer einzelnen Eigentumswohnung hat der Investor nur einen Mieter an einem Standort. Kommt es zum Mieterwechsel hat der Investor kurzzeitig keine Mieteinnahmen, aber laufende Kosten.

Beteiligt sich der Investor mit dem selben Kapitalbetrag an einem Mehrfamilienhaus, so ist er Miteigentümer von mehreren Wohnungen. Sollte ein Bewohner die Miete nicht bezahlen, oder sollte es bei einem Mieterwechsel zu einer Leerstandsperiode kommen, so verteilt sich der Mietzinsausfall auf alle Investoren, mit dem Vorteil das die übrigen Wohnungen noch Erträge generieren und die laufenden Kosten in der Regel weiterhin gedeckt sind. Jeder einzelne Investor minimiert also sein immobilinespezifische Risiko dank der gemeinschaftlichen Investition. Weiterhin findet ein alleiniger Investor mit einer einzelnen Wohnung kaum eine gute Verwaltung, welche den Mietvertrag abschliesst, sich um den Unterhalt kümmert, die ordentliche Buchhaltung führt und die Nebenkostenabrechnung für den Mieter erstellt.