Die Tech-Unternehmerin, die es mit den Taliban aufnimmt

Das “Time Magazine” zählt sie zu den 100 einflussreichsten Menschen der Welt: Wie die afghanische Unternehmerin Roya Mahboob heute Mädchen und Frauen in ihrem Heimatland hilft.

Roya Mahboob hat einen Lebenslauf wie kaum eine andere Unternehmerin der Welt. Sie war gerade einmal 23 Jahre alt, als sie nach dem Abschluss des Studiums ihre erste Firma gründete und führte. Afghan Citadel Software arbeitete an Softwareprojekten für die afghanischen Behörden und wurde dabei von der US-Regierung unterstützt. Das Ziel: Mehr Frauen in den Arbeitsmarkt zu bringen.

Nichts von all dem gefiel den Konservativen in Afghanistan und den Taliban am allerwenigsten. Mahboob lernte mit permanenter Kritik umzugehen und liess sich auch von Morddrohungen nicht beeindrucken. Das war schon immer so.

Das lebensveränderne Erlebnis in feindlicher Umgebung

Zehn Jahre zuvor sass die damals 13-Jährige das erste Mal an einem internetfähigen Computer. In einer feindlichen Umgebung (unter der Herrschaft der Taliban war Telekommunikation verboten) konnte sie erstmals in die grenzenlose Welt des World Wide Web blicken. Für Mahboob war das ein lebensveränderndes Erlebnis, vor allem weil sie mit dem Messenger von Yahoo mit der Welt in Kontakt treten konnte. Von diesem Moment an war Technologie fest in ihrer DNA verankert.

Im Jahr 2000 wurde sie die erste weibliche Chefin eines Technologieunternehmens in Afghanistan und damit zu einem Vorbild von Millionen Frauen. Das «Time Magazine» nahm Mahboob denn auch in die Liste der 100 einflussreichsten Menschen der Welt auf. Sie war gerade einmal 25 Jahre alt.

Mahboob hilft Frauen mit Digital Citizen Fund

Seither hat Mahboob mehrere Unternehmen gegründet. Sie lebt heute in New York, aber ihre Verbindung zu Afghanistan bleibt stark: Ihr Digital Citizen Fund unterstützt Mädchen und Frauen, die einen ähnlichen Weg gehen wollen in einem patriarchalischen Land, das nicht unbedingt erwartet, dass Frauen ein höheres Studium absolvieren, eine Berufskarriere einschlagen, geschweige denn sich selbständig machen. Also bringt Mahboob über ihren Fonds ihnen erst recht alles über Computer, Programmierung, Finanzkompetenz und Geschäftsfähigkeiten in der digitalen Welt bei.

Der Digital Citizen Fund hat 40 internetfähige Klassenzimmer in ganz Afghanistan eingerichtet, die es schon über 160’000 Schülerinnen ermöglicht haben, sich mit der Welt zu verbinden. «Ich muss weiter für mein Unternehmen, für mein Land arbeiten», sagt Mahboob, «wir müssen uns darauf konzentrieren, Mädchen zu helfen.»

Seien Sie dabei, wenn Roya Mahboob am 7. Jahrestreffen des WORLDWEBFORUM am 17./18. Januar 2019 in Zürich ihre inspirierende Geschichte erzählt.

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