Einige Geschäftsmodelle in der digitalen Welt

Die Digitalisierung ist ein Garant für Veränderungen. Sie fordert ständige Anpassungen des eigenen Geschäftsmodelles, vor allem im technischen und konzeptionellen Sinn. Um darauf schnell und effektiv reagieren zu können, sind Unternehmen häufig auf der Suche nach erfolgreichen Modellen, die sich schnell übernehmen und den eigenen Bedürfnissen anpassen lassen. Doch eine pauschale Übernahme ist vor allem in der digitalen Welt kein Erfolgsrezept. Oftmals lässt sich das Gesamtkonzept nicht durchgängig durchschauen. Vor allem entwickeln sich aber Branchen pausenlos weiter. Daher gilt es sehr genau ab-zuwägen, welches Modell für das eigene Unternehmen wirklich erfolgsversprechend ist.

 

First-and-fast-Mover Modell

Geschwindigkeit hat in der digitalen Welt eine grosse Bedeutung. Es geht aber nicht darum der Schnellste oder Erste zu sein. Die Sichtweise liegt vielmehr einseitig beim Kunden und das Erfolgsgeheimnis im perfekten Timing. Statt auf schnelle Ergebnisse zu setzen wird auf relevante Zukunftsthemen gesetzt und Lösungen für diese entwickelt. Funktioniert einmal eine Neuerung nicht, wird sie sofort wieder vom Markt genommen sowie das Konzept überdacht und angepasst.

Free Modell

Kostenlose Inhalte im frei zugänglichen Internet anzubieten entspricht der Konzeption des Mediums. Es setzt aber voraus, dass Umsätze über andere Wege eingenommen werden können. Mit kostenlosen Angeboten und eingeschränktem Nutzungsangebot wird versucht, Kunden an sich zu binden. Durch die Bereitstellung kostenloser Services bindet der Anbieter den Kunden an sich und ein Wechsel zu einem Mitbewerber wäre mit hohen Kosten oder Aufwand verbunden.

Möchte der Kunde weitere Dienste nutzen muss er für das zusätzliche Angebot bezahlen. Dies ist aber nur möglich, wenn das zusätzliche Angebot einen echten Mehrwert bietet und den zahlenden vom kostenlos profitierenden Kunden deutlich abgrenzt.

Disruptive Modell

„Selbstkanibalismus“ oder „kreative Zerstörung“ macht Platz für neue Produkte und Konzepte. Zunächst werden deutlich schlechtere, aber preiswerte Produkte auf den Markt gebracht, die sich Leistungsmässig schnell steigern und neue Kundengruppen erschliessen. Jahrelang erfolgreiche Technologie wird letztlich abgelöst. Geschehen ist dies zum Beispiel im Segment der Digitalkameras, die in der Anfangszeit niemals als Ersatz für analoge Spiegelreflexkameras bei Profifotografen in Frage kamen.

Long-Tail-Modell

Statt auf wenige Massenprodukte zu setzen, werden unzählige günstige Nischenprodukte vertrieben. Der digitale Verkauf und die einfache Produktepräsentation im Internet ermöglichen die Kosten im Rahmen zu halten. Anbieter binden Nutzer häufig aktiv mit ein, in dem sie selbst einen Anteil am Inhalt und Aufbau des Produktes erstellen.

Werden die angepeilten Absatzzahlen nicht erreicht, nimmt in der Regel auch die Qualität der Produkte ab. Das Modell läuft Gefahr, zur Kostenfalle zu werden. Erfolgreicher ist es auf Produkte-Upgrades zu setzen. Der Long Tail wird dabei nicht durch eine Masse von Produkten aufgebaut, sondern durch konstante Verbesserung.

Predictive-Business-Modell

Gesammelte Daten werden analysiert und die Ergebnisse genutzt, um Kunden in Zukunft besser und individueller zu bedienen. Durch die Auswertung von Daten können Absatzmärkte berechnet, Produkte entworfen und Preise bestimmt werden. Das Verhalten der Kunden wird gleichzeitig besser vorhersagbar und der Erfolg berechenbarer.

Das Internet ermöglicht Unternehmen, durch Beobachtungen und Analysen den Nutzer besser zu verstehen und sein Verhalten genauer vorhersagen zu können. Dabei geht es um die Abbildung von Regeln, also Algorithmen, die für das Geschäft auf digitalen Plattform wichtig sind und durch Softwareagenten ermittelt werden.