Nachfolgeplanung – Vorsorge für Unternehmer

Inhaber von Schweizer KMU stehen bei der Altersvorsorge besonderen Herausforderungen gegenüber. Das eigene Unternehmen ist dabei zentraler Bestandteil. Einerseits ist die staatliche (AHV), berufliche (BVG) sowie private Altersvorsorge von der Entwicklung des Unternehmens abhängig und andererseits stellt das Unternehmen vielfach ein wichtiger privater Vermögenswert dar, der jedoch in Form einer Nachfolgeregelung zuerst in liquide Form gebracht werden muss. Die Gestaltungsmöglichkeiten bei der Altersvorsorge sind für Unternehmer besonders zahlreich, weshalb frühzeitig vor dem Firmenverkauf eine gesamtheitliche Finanzplanung sinnvoll ist.

Unternehmer und Altersvorsorge

Unternehmer ist man vielfach nicht nur des Geldes wegen, sondern aufgrund der uneingeschränkten Entfaltungsmöglichkeiten eigener Ideen und Überzeugungen. So kommt es, dass ein grosser Teil der Schweizer KMU zwar finanziell gesund dasteht, jedoch nicht auf Rosen gebettet ist. Die Frage der Altersvorsorge, also die Einkommens-, Liquiditäts- und Vermögenssituation nach Erwerbsaufgabe, stellt sich somit auch für Unternehmer. Die Frage erscheint umso wichtiger, als dass die private finanzielle Entwicklung direkt von der unternehmerischen Entwicklung und des Unternehmenswertes abhängig ist.

Schweizer Altersvorsorgesystem

Das Schweizer Altersvorsorgesystem gründet auf drei Säulen:

  • – Säule – Staatliche Vorsorge: Durch die staatliche Vorsorge (AHV) als 1. Säule sind alle in der Schweiz wohnhaften oder berufstäti­gen Personen obligatorisch versichert. Sie hat als grundsätzliches Ziel, den Existenzbedarf zu sichern.
  • – Säule – Berufliche Vorsorge: Die berufliche Vorsorge (BVG) ist für Arbeitneh­mende obligatorisch, sofern sie über ein jährliches Bruttoeinkommen von mindestens CHF 21’150.– verfügen. Selbständig Erwerbende können sich freiwillig versichern. Zusammen mit der staatlichen Vorsorge soll die 2. Säule den Versicherten ermöglichen, die gewohnte Lebenshaltung in angemes­sener Weise fortzusetzen.
  • – Säule – Private Vorsorge: Gänzlich auf freiwilliger Basis beruht die private Vorsorge, die als individuelle Ergänzung dient. Dazu zählt sämtliches weiteres Vermögen (z.B. Bankkonti, 3a-Konti, Immobilie usw.).

Das Altersvorsorgesystem gilt sowohl für sämtliche Arbeitnehmende als auch für Firmeninhaber gleichermassen. Einzig als selbstständig Erwerbender (bspw. Einzelfirma) müssen besondere Bestimmungen beachtet werden. Unternehmer unterscheiden sich allerdings von anderen Personen insofern, als dass Sie direkten Einfluss auf die 1. Säule (Lohnbezug) und die 2. Säule (Pensionskassenwahl sowie Vorsorgeplan) nehmen können. Ausserdem ist die eigene Firma oftmals der grösste Bestandteil des privaten Vermögens und entsprechend für die private Vorsorge von hoher Wichtigkeit. Demnach sind die Gestaltungsmöglichkeiten der Altersvorsorge für Unternehmer vielfältiger.

Unternehmenswert und Nachfolgeform

Die Höhe der Altersvorsorge wird neben der staatlichen und beruflichen Vorsorge auch durch die private Altersvorsorge beeinflusst. Zur privaten Vorsorge kann grundsätzlich das gesamte angesparte Nettovermögen gezählt werden. Viele Inhaber von Schweizer KMU sind sich nicht bewusst, dass das Unternehmen oftmals zu den grössten privaten Vermögenswerten zählt und entsprechend auch für die Altersvorsorge eine hohe Wichtigkeit haben kann. Ein Grund hierfür ist oftmals die fehlende Kenntnis über den Firmenwert. Vielfach ist es jedoch so, dass nach Pensionierung das Einkommen aus der staatlichen und beruflichen Vorsorge nicht reicht, um die Ausgaben vollständig zu decken. Deshalb wird das Einkommen durch einen Vermögenverzehr ergänzt, um die Lücke zu schliessen. Solange das Vermögen jedoch in der Firma gebunden ist, kann nicht darauf zurückgegriffen werden. Das Unternehmen sollte also in liquide Form gebracht werden. Dies kann in Form einer Liquidation geschehen oder indem eine Veräusserung der Firmenanteile erfolgt. Die Liquidation ist in den meisten Fällen die unattraktivste Variante. Die klassischen Formen der Unternehmensnachfolge sind familienintern (Family-Buy-out, FBO), unternehmensintern (Management-Buy-out, MBO) oder familien- und unternehmensextern (Management-Buy-in, MBI). Sofern mit einem professionellen Partner zusammengearbeitet wird, ist zu beachten, dass bei einem Firmenverkauf an externe Nachfolger (MBI) im Durchschnitt höhere Preise bezahlt werden, als dies bei familien- und unternehmensinternen Nachfolgen der Fall ist. Grund hierfür ist unter anderem, dass die Firma einem Käufermarkt ausgesetzt wird und die Nachfrage den Preis bestimmt.

Geschäftsentwicklung

Die zukünftige Geschäftsentwicklung ist ein entscheidender Faktor für die Altersvorsorge. Denn dieser bestimmt, wie viel Lohn oder Dividenden bezogen werden können und somit auch, wie viel Geld in der beruflichen Vorsorge angespart wird und inwiefern ein privater Sparprozess erfolgen kann. Natürlich kann niemand 10 Jahre vorausschauen, aber es lohnt sich trotzdem, systematisch Gedanken zur zukünftigen Entwicklung des Unternehmens zu machen. Beispielsweise kann anhand von drei Szenarien (erwartet, best-case, worst-case) die zukünftige Entwicklung und deren Einfluss auf die private Situation simuliert werden.

Weitere Einflussfaktoren auf die Altersvorsorge des Unternehmers

Die Höhe der Altersvorsorge eines Unternehmers ist besonders von folgenden Faktoren abhängig:

  • Ausschüttungspolitik

Zwangsläufig werden Inhaber mit den Fragen konfrontiert, ob und wie viel Einkommen bezogen und wie die Ausschüttungspolitik der Firma gestaltet werden soll. Unternehmer sind oft der Ansicht, dass möglichst viel der erwirtschafteten Gewinne in der Firma verbleiben müssen. Einerseits, um das Unternehmen finanziell zu stärken, und andererseits, um es weiterzuentwickeln. Es besteht also die Frage, wie viel Lohn bezogen und ob allenfalls zusätzlich eine steuerbegünstigte Dividende ausbezahlt werden soll.

Aus privater Inhabersicht sollten sowohl Faktoren wie der heutige oder zukünftig gewünschte Lebensstandard als auch Optimierungen hinsichtlich der Altersvorsorge, der Erbschafts- bzw. Nachlassplanung oder Liquiditätsbedürfnisse aufgrund der persönlichen Situation (Investitionen, Scheidung, Alimente usw.) eine wichtige Rolle spielen. Eine Auszahlung eines tiefen Lohnes senkt zwar die privaten Einkommenssteuern und den Aufwand für Sozialversicherungsabgaben in der Firma, allerdings wird auch die private Altersvorsorge direkt tangiert. Insbesondere die berufliche Vorsorge wird evtl. nicht genügend aufgebaut, was in tieferen Leistungen bei Pensionierung resultiert.

  • Pensionskasse und Vorsorgeplan

Die Wahl der richtigen Pensionskasse ist entscheidend für eine sichere Altersvorsorge. Neben der Altersvorsorge sind bei der Pensionskassenwahl auch die Leistungen bei Erwerbsunfähigkeit oder Tod zu berücksichtigen. Für den Aufbau von möglichst viel Kapital für die Altersvorsorge sind in der beruflichen Vorsorge die Verzinsung des Kapitals, die Verwaltungs- und Risikokosten sowie der Deckungsgrad wichtige Entscheidungsgrundlagen. Daneben spielt insbesondere auch die Ausgestaltung des Vorsorgeplans eine Rolle. Hinsichtlich der Altersvorsorge macht es vielfach Sinn, auch Löhne über dem BVG-Maximum (CHF 84’600) zu versichern oder beispielsweise den Koordinationsabzug wegzulassen. So lässt sich während der Erwerbszeit deutlich mehr Alterskapital ansparen.

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