Welche Risiken Schweizer Betriebe fürchten

Der Risk Barometer untersucht jährlich, welche Unternehmensrisiken Firmen am meisten fürchten. Dafür wurden fast 2’000 Risikoexperten aus verschiedenen Unternehmen und aus der Allianz Gruppe befragt. Die Umfrage zeigt: Betriebsunterbrechungen und Cyberattacken werden als grösste Gefahren für Schweizer Unternehmen eingestuft. Die beiden Risiken sind eng miteinander verknüpft.

Betriebsunterbrechungen sind das grösste Unternehmensrisiko

Betriebsunterbrechungen bleiben laut Risikoexperten das mit Abstand grösste Unternehmensrisiko in der Schweiz. Wurde im vergangenen Jahr in 50 Prozent der Antworten Betriebsunterbrechung als grösstes Risiko genannt, waren es jetzt 70 Prozent. «Es gibt immer neue Ursachen für dieses mitunter existenzielle Unternehmensrisiko», erklärt Christoph Müller, der für das Geschäft des Allianz Industrieversicherers Allianz Global Corporate & Specialty in der Schweiz verantwortlich ist. «In der digital vernetzten Wirtschaft kommen neue Auslöser hinzu wie Cyberangriffe, IT-Pannen oder auch die Folgen von Streiks oder Terroranschlägen. In solchen Szenarien können massive finanzielle Verluste entstehen, ohne dass Anlagen oder Gebäude beschädigt oder zerstört worden wären. Für Risikomanager rückt damit zunehmend der Schutz immaterieller Vermögenswerte wie Daten oder Netzwerke in den Vordergrund.»

Cyberattacken sind gefürchtete Ursachen von Betriebsunterbrechungen


Zunehmend gelten Cybervorfälle, verursacht z.B. durch Ransomware, als neue Auslöser für Betriebsunterbrechungen. Das Potenzial für sogenannte «Cyber Hurricane»-Ereignisse, bei denen Hacker zahlreiche Unternehmen durch einen Angriff auf gemeinsam genutzte Infrastruktur gleichzeitig paralysieren, wird 2018 weiter wachsen.

Finanzielle Auswirkung einer Betriebsunterbrechung wird massiv unterschätzt

«Im Rahmen des Allianz Risk Barometer wird das Betriebsunterbrechungsrisiko in der Schweiz seit 2013 als eines der zwei grössten Risiken eingeschätzt. Lieferketten, die immer globaler werden, die Verringerung eigener Lagerbestände in Verbindung mit Just-in-Time-Produktion, eine teilweise hohe Abhängigkeit von einzelnen Zulieferern für Schlüsselkomponenten sowie die Konzentration der Produktion auf einzelne Standorte führen zu komplexen Verhältnissen, die schon bei geringen Störungen weitreichende Umsatzausfälle verursachen können», sagt Andrea L. Pfister, Leiter Risk Engineering Allianz Suisse.

«Entsprechende Notfall- und Betriebsfortführungspläne, um nach einem störenden Ereignis rasch und angemessen reagieren zu können, sind vielfach nur teilweise oder nicht auf aktuellem Stand vorhanden. Ebenso sind neue Risikoarten wie z.B. solche aus dem Cyberbereich noch nicht vollständig in den Risikoüberlegungen und den Massnahmenplänen berücksichtigt.»

Künstliche Intelligenz wirft Haftungsfragen auf

Kritischer als noch im vergangenen Jahr sehen Schweizer Unternehmen neue Technologien. Die Gefahr, die von neuen Technologien wie künstlicher Intelligenz, Drohnen oder der Nanotechnik ausgeht, ist auf Rang 5 geklettert. Die Anfälligkeit automatisierter oder sogar autonomer Maschinen für Ausfälle oder Cyberattacken wird zunehmen und könnte erhebliche Auswirkungen haben, wenn kritische Infrastrukturen wie IT-Netzwerke oder die Stromversorgung betroffen sind.

Eine steigende Gefahr sehen Schweizer Unternehmen auch bei durch Qualitätsmängel verursachte Produktrückrufe.

Die ganze Studie finden Sie hier