Wie KMU jetzt Risiken minimieren können

Die aktuelle Situation ist für Unternehmer sehr schwierig. Bei vielen führt die Coronakrise zu herben Umsatzeinbussen. Es stellt sich deshalb die Frage: Wie können KMU in diesen Zeiten bestehen und wo ergeben sich Chancen?

Es ist schwer einzuschätzen, ob die Corona-Pandemie bald abklingt oder über einen längeren Zeitraum andauert. Umso wichtiger ist es deshalb, dass KMU ihre Liquidität sichern. Denn sie ist das A und O für das Überleben eines Unternehmens.

Sind keine finanziellen Mittel mehr vorhanden, um ausstehende Verbindlichkeiten zu begleichen, droht dem Unternehmen die Zahlungsunfähigkeit. Und: Im schlimmsten Fall muss Konkurs angemeldet werden. Gemäss Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) sind neun von zehn Konkursen auf Liquiditätsengpässe zurückzuführen.

Zahlungsfähigkeit sicherstellen

Um sicherzustellen, dass das eigene Unternehmen finanziell handlungsfähig bleibt, muss die Liquidität aktiv bewirtschaftet werden. Dazu folgende Tipps:

  • Stellen Sie Leistungen direkt in Rechnung und reduzieren Sie ausstehende
    Forderungen.
  • Vereinbaren Sie kurze Zahlungsfristen. Es kann sich auch lohnen, Dienstleistungen gegen Vorauszahlung anzubieten.

Aber nicht nur die Debitoren sollten jeweils bewirtschaftet werden, sondern auch die Kreditoren. Achten Sie dabei darauf, dass Sie die Rechnungen pünktlich bezahlen, um Mahngebühren zu vermeiden und der gute Ruf des Unternehmens bewahrt wird.

Umfassendes Massnahmenpaket

Ebenfalls kann es sich jetzt lohnen, nicht betriebsnotwendige Projekte zu verschieben oder bei grösseren Anschaffungen ein Leasing zu prüfen. Mit einer Optimierung in der Produktion oder im Lagerbestand können ebenfalls finanzielle Mittel zurückgehalten werden.

Wem dennoch einen Engpass droht, dem greifen in der aktuellen Situation der Bund und teilweise auch die Kantone mit folgenden Hilfsmitteln unter die Arme.

Kurzarbeit

Die Bedingungen für Kurzarbeit sind seit Ausbruch der Coronakrise stark gelockert worden, sodass derzeit beispielsweise auch Lehrlinge oder Temporärangestellte Anrecht auf eine Kurzarbeitsentschädigung haben.

Bei Kurzarbeit werden die Lohnkosten reduziert. Arbeitgeber bezahlen ihren Angestellten zum üblichen Zeitpunkt den Lohn und bekommen einen Teil des Betrages für die ausgefallenen Arbeitsstunden später von der Arbeitslosenversicherung zurück.

Hilfskredite des Bundes

Durch Kurzarbeit spart ein Unternehmen zwar Lohnkosten, die Fixkosten wie zum Beispiel die Miete müssen aber weiterhin bezahlt werden. Dafür hat der Bund Geld als Darlehen zur Verfügung gestellt. Die speziellen «Covid-19-Kredite» werden vom Bund verbürgt. Jedes Unternehmen kann bis zu 500’000 Franken, aber maximal 10 Prozent des Umsatzes bei ihrer Hausbank beantragen. Um sie zu beantragen reicht ein ausgefülltes Formular, das auf der Webseite des Bundes heruntergeladen werden kann. Bei grösseren Übergangskrediten bürgt der Bund nur mit 85 Prozent. In solchen Fällen wir die Bank eine Kreditprüfung vornehmen.

Hilfskredite der Kantone

Nebst dem Bund haben auch etliche Kantone Gelder bereitgestellt, um die Wirtschaft während der Krise zu unterstützen. Der Kanton Zürich beispielsweise hilft mit 500 Millionen Franken. Diese Gelder kommen jedoch nur ergänzend zum Einsatz, wenn zum Beispiel ein Unternehmen aus nachvollziehbaren Gründen einen Betrag braucht, der 10 Prozent seines
Umsatzes übersteigt. Oder auch bei Startups, die die Anforderungen für Bundeskredite nicht erfüllen.

Vorbereitung für die Zeit danach

Auch wenn es in der aktuellen Situation schwerfällt, sollte zwingend auch über die Zeit nach der Epidemie nachgedacht werden. Dabei stellt sich die Frage: Wie wird sich die Nachfrage in einer Rezession verändern? Mit welchen Auswirkungen ist zu rechnen?

Hier lohnt es sich, gut zu überlegen wie man für ein Best-Case- oder Worst-Case-Szenario aufgestellt ist. Je besser Unternehmer mögliche Szenarien vorbereiten, desto mehr können sie profitieren, Marktanteile sichern und gestärkt aus der Krise herauskommen.

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