Jobsharing: Ein Modell mit Zukunft

Im Jobsharing teilen sich Zwei einen Job und schaffen sich dadurch mehr Raum für Flexibilität und Selbstbestimmung. Für Unternehmen bedeutet das: Mehr Produktivität und Innovation.

Hunderttausende Arbeitstätige haben die letzten Wochen zwangsweise zu Hause gearbeitet. War Homeoffice vorher noch eine Randerscheinung, hat sich die Arbeitsform dank der Krise nun schweizweit etabliert – sehr zur Freude vieler Angestellten. So wünschen sich immer mehr Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ihre Arbeit flexibler einteilen zu können.

Langsam aber sicher setzt sich nicht nur Homeoffice in vielen Firmenkulturen durch, sondern auch das sogenannte Jobsharing. Dabei handelt es sich um ein flexibles Arbeitszeitmodell, bei dem sich zwei oder mehr Arbeitnehmer mindestens eine Vollzeitstelle (oftmals in Führungsfunktionen) teilen. Der Vorteil: Neben besserer Vereinbarkeit von Beruf- und Privatleben ist so zum Beispiel auch die gemeinsame Ausübung einer Stelle im Topmanagement möglich (sogenanntes Topsharing).

Und der Arbeitgeber profitiert ebenfalls: So führen Jobsharing-Stellen vielfach zu mehr Innovation und besserer Leistung. Gleichzeitig ist in den meisten Fällen die Vertretung bei Abwesenheit oder im Krankheitsfall sichergestellt.

Wichtige Voraussetzungen

Jobsharing ist generell in vielen Branchen und Berufen umsetzbar. Aber was sind die Voraussetzungen, damit das Jobsharing auch klappt? Hier die wichtigsten fünf Punkte:

 

1. Vertrauen als Basis

Eine vertrauensvolle Zusammenarbeit ist Grundvoraussetzung für das Jobsharing. Bestenfalls kennen sich die Jobsharing-Partner gut und haben bereits eng zusammengearbeitet.

 

2. Geeignete Partner

Laut dem Verein Part Time Optimierung, kurz PTO, ist der geeignete Partner die Grundvoraussetzung für das Jobsharing. Gemäss der PTO-Webseite kann das Tandem nur funktionieren, wenn gemeinsame Werte vorhanden sind und eine Vertrauens- und Austauschbasis geschaffen wird.

Wichtig sind unter anderem übereinstimmende Vorstellungen zu Arbeitszeiten, Arbeitsaufteilung, gegenseitiger Vertretung; bewusster Umgang mit Konflikten und dringlichen Entscheidungen.

 

3. Offene Kommunikation

Grundvoraussetzung beim Jobsharing ist die Absprache mit dem Partner. Das beinhaltet unter anderem auch klare Regeln der Verantwortlichkeiten, Entscheidungsbefugnisse und Kommunikationsformen.

 

4. Gute Organisation

Eine gute Organisation ist der Schlüssel zum Erfolg: Arbeitstage und Ferien müssen die Jobsharing-Partner aufeinander abstimmen. Im Krankheitsfall sollte, wenn möglich, füreinander eingesprungen werden.

 

5. Zusätzliche Vereinbarungen

Die Anstellung erfolgt in der Regel mit einem Einzelarbeitsvertrag. Empfehlenswert ist eine Zusatzvereinbarung zu Arbeitszeiten, Aufgabenteilung, Stellvertretung, Mehrarbeitszeit, Problembewältigung.

Generell zeigt sich: Jobsharing als Arbeitsmodell wird sich weiter ausbreiten. Das Modell ist nicht zuletzt für hochqualifizierte Stellen interessant. Denn es hilft Arbeitgebern, ihre besten Mitarbeitenden zu halten. Arbeitnehmende wiederum können ihre Work-Life-Balance verbessern – ohne auf Verantwortung zu verzichten.

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