Das sind die Schweizer Wirtschaftsweisen

NZZ-«Ökonomenranking»: Ernst Fehr, Reiner Eichenberger und Mathias Binswanger sind 2020 die einflussreichsten Wirtschaftswissenschaftler in der Schweiz.

 

Die Top-Drei des diesjährigen «Ökonomen-Einfluss-Ranking» der NZZ für die Schweiz: Ernst Fehr, Reiner Eichenberger und Mathias Binswanger (von links nach rechts).

Heute ist das neue «Ökonomen-Einfluss-Ranking» der NZZ erschienen. Die jährliche Studie vergleicht die Top-Wirtschaftswissenschaftler im deutschsprachigen Raum aufgrund ihrer akademischen Leistung und öffentlichen Wahrnehmung in den Medien und in der Politik. Platz eins geht einmal mehr an Ernst Fehr, Professor für Mikroökonomik und Experimentelle Wirtschaftsforschung an der Universität Zürich. Auf das Podest schaffen es zudem Reiner Eichenberger, Professor für Theorie der Finanz- und Wirtschaftspolitik an der Université de Fribourg, und der Makroökonom und Glücksforscher Mathias Binswanger von der Fachhochschule Nordwestschweiz.

Vielen Ökonomen wurde in den vergangenen Jahren vorgeworfen, sich nur auf die Publikation von akademischen Zeitschriftenbeiträgen zu konzentrieren und zur aktuellen wirtschaftspolitischen Debatte wenig beizutragen. Stimmt das wirklich? Um mehr Transparenz zu schaffen, hat die NZZ vor sieben Jahren das «Ökonomen-Einfluss-Ranking» lanciert – zusammen mit den Partnern «Frankfurter Allgemeine Zeitung» in Deutschland und «Die Presse» in Österreich.

Ökonomen prägen Debatte über Corona

In der Corona-Krise bestätigte sich der Vorwurf an die Ökonomie nicht. «Die Ökonomenzunft hat sich beherzt in die Debatte eingebracht», sagt Dr. Matthias Benz, Wirtschaftsredaktor bei der NZZ und Verantwortlicher für das Schweizer Ranking. «So wurden Schweizer Ökonominnen und Ökonomen um ein Drittel mehr in Medien zitiert als im Vorjahr. Die Forscher brachten ihre Expertise auf vielfältige Weise ein. Gleichzeitig interessierte sich die Öffentlichkeit dafür, was die Corona-Krise wirtschaftlich bedeutet und wie sie am besten bewältigt werden kann.»

Das NZZ-Einfluss-Ranking berücksichtigt neben der Forschungsleistung explizit auch die Wahrnehmung von Ökonominnen und Ökonomen in der Politik sowie ihre Präsenz in den Medien und in den sozialen Netzwerken.

Der langjährige Dominator: Ernst Fehr

Wie in den Vorjahren führt der bekannte Zürcher Ökonomie-Professor Ernst Fehr das «Ökonomen-Einfluss-Ranking» 2020 an. Er gilt als internationaler Vorreiter der Verhaltensökonomie. Den zweiten Rang belegt erneut der Schweizer Wirtschaftswissenschaftler Reiner Eichenberger von der Université de Fribourg. Eichenberger beschäftigt sich in seiner Forschung mit kontroversen wirtschaftspolitischen Themen und ist in den Medien regelmässig mit seinen Ansichten vertreten. Platz drei sichert sich nach einem mehrjährigen Unterbruch Mathias Binswanger von der Fachhochschule Nordwestschweiz. Er erregte jüngst etwa mit seinen Thesen zum «Wachstumszwang» Aufmerksamkeit.

Alle drei Forscher meldeten sich auch mit Vorstössen in der Corona-Krise zu Wort – ebenso wie viele weitere Ökonominnen und Ökonomen im Schweizer Ranking der 40 einflussreichsten Forscher.

Über das NZZ-«Ökonomenranking»

Das «Ökonomen-Einfluss-Ranking» für die DACH-Region wurde 2014 von der NZZ in Zusammenarbeit mit der «Frankfurter Allgemeine Zeitung» in Deutschland und «Die Presse» in Österreich ins Leben gerufen. Dabei bezieht die Rangliste gleichermassen Zitierungen in Forschungsarbeiten Dritter, Zitate in den wichtigsten Medien und Bewertungen durch Politiker ein. Gerade in den Wirtschaftswissenschaften ist der Effekt der Forschung oft schwer messbar. Das «Ökonomen-Einfluss-Ranking» der NZZ will hier mehr Transparenz schaffen. Hier geht es zur vollständigen Rangliste.

Das gesamte NZZ-«Ökonomenranking» sowie detaillierte Infos zur Studie sind auf nzz.ch zu finden.

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