Konjunktur: Ausblick für das Eurogebiet nach unten korrigiert

Führende Forschungsinstitute haben ihre Prognose für das Eurogebiet kräftig gekappt. Statt ein Plus von 2,2 Prozent erwarten sie für das letzte Vierteljahr 2020 ein Schrumpfen der Wirtschaftsleistung um 2,7 Prozent.

 

Schwarze Wolken am Konjunkturhimmel. Bild: Pixabay

Ende September hatten die Forschungsinstitute noch mit plus 2,2 Prozent gerechnet für das letzte Vierteljahr 2020 gerechnet. Die Prognose wurde nun wegen der vielen Corona-​Infektionen und der Schliessung von Teilen der Wirtschaft massiv nach unten korrigiert, wie das ifo Institut, die KOF und das Istat mitteilten. Erwartet wird jetzt ein Schrumpfen der Wirtschaftsleistung um 2,7 Prozent.

Nur noch 0,7 Prozent Wachstum im ersten Quartal 2021

Für das erste Quartal 2021 gehen die Institute nun nur noch von einem Wachstum von 0,7 Prozent aus, nach 1,5 Prozent, wie noch im September gedacht. Erst im zweiten Vierteljahr 2021 sehen sie dann 3,0 Prozent Wachstum. Das dritte Quartal 2020 hingegen verlief besser als erwartet. Dafür betrug das Wirtschaftswachstum des Eurogebietes nun satte 12,5 Prozent und nicht nur 8,2 Prozent, wie noch Ende September gedacht. Das bringt das Gesamtjahr 2020 auf minus 7,3 Prozent.

Harter Brexit könnte Lieferketten unterbrechen

Der Ausblick wird von grosser Unsicherheit darüber überschattet, wie sich die Wirtschaft bei steigenden Ansteckungszahlen und gleichzeitigem Beginn der Impfungen gegen Corona entwickelt. Auch könnte ein harter Brexit Lieferketten unterbrechen. Die Ausgaben der privaten Haushalte schrumpfen im vierten Quartal 2020 um 3,7 Prozent und wachsen im ersten Quartal 2021 um 0,7 Prozent. Im zweiten Quartal wachsen sie dann um 2,7 Prozent.

51 Dollar für ein Fass Öl aus der Nordsee

Die Forscher nehmen für ihre Prognose an, dass ein Fass Öl aus der Nordsee 51 Dollar kostet. Es wird ein Wechselkurs von 1,22 Dollar für einen Euro unterstellt. Unter diesen Voraussetzungen werden die Preise im vierten Quartal gegenüber dem Vorquartal stabil bleiben. Im ersten Quartal 2021 werden sie um 0,3 Prozent sinken und schliesslich im zweiten Quartal um 1,5 Prozent steigen.

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