SEF.Studie: Die Schweiz präsentiert sich KMU als «Chancenland»

Das Swiss Economic Forum (SEF) vom 2. bis 3. September 2020 in Montreux steht ganz unter dem Motto «Walk the Line?». Dazu gehört auch die Neu-Auslegung von alten Spuren.

Im Vorfeld des diesjährigen Swiss Economic Forum (SEF) wurde mit der Kalaidos Fachhochschule eine wissenschaftliche Studie mit mehr als 1000 Teilnehmenden aus dem Bereich Unternehmertum und Top-Management erarbeitet. Die SEF.Studie zeigt auf, wo die grössten Erfolgspotenziale für Schweizer Firmen liegen. Sie deckt von Technologien über Fähigkeiten der Mitarbeitenden bis hin zum Einfluss von Covid-19 und den Rahmenbedingungen des Schweizer Wirtschaftsstandortes verschiedene Chancenbereiche auf. Die Ergebnisse überraschen, das findet auch die Geschäftsführerin des Swiss Economic Forum, Corine Blesi.

Die Teilnehmenden beurteilten in der Studie für verschiedene Bereiche die Entwicklungschancen, welche für ihr Unternehmen am meisten Erfolg versprechen. Dazu gehörte auch der Einfluss der Coronakrise. «Dass es in der Schweiz gerade bei kleineren Unternehmen so viel Spielraum für die Flexibilisierung von Arbeitsprozessen gab, war vor Covid-19 nicht klar», erläutert Corine Blesi. Erst durch die Krise wurden das Potenzial von kollaborativen Tools neu bewertet. Ebenfalls höchst spannend ist, dass Agilität in der Führung und Organisation für 50% der Befragten ein erfolgsversprechendes Entwicklungsfeld ist.

Corona als Katalysator für die Digitalisierung

An der diesjährigen Konferenz des Swiss Economic Forum werden ganz im Zeichen des Mottos «Walk the Line?» experimentelle und bewährte Rezepte zur Bewältigung der Krise diskutiert. Die Studie des SEF zeigt die Wichtigkeit dieses Thema: Für 65% der Befragten gilt die Krise als Katalysator der Digitalisierung. Dies auch weil dank der Krise vermehrt kollaborative Tools verwendet werden und ein flexibleres Arbeitsverhältnis entstanden ist. Dabei spielt die Zufriedenheit mit den Massnahmen der Behörden eine wichtige Rolle. 83% der Befragten können die getroffenen Massnahmen nachvollziehen und empfanden sie als angemessen. Jedoch gilt es dabei die unterschiedlichen Branchen zu beachten. Nicht überraschend ist es, dass diese Rückmeldung unter anderem bei der Gastro- und Tourismusbranche sowie der Unterhaltung, Kunst und Sport anders ausfällt, da diese Branchen besonders von der Krise betroffen sind.

SEF als Themendossier auf nzz.ch

Das Swiss Economic Forum (SEF) ist die führende Wirtschaftskonferenz der Schweiz und findet vom 2. bis 3. September 2020 bereits zum 22. Mal statt. Führungspersönlichkeiten aus Wirtschaft, Politik und Wissenschaft treffen sich in Montreux zum aktiven Austausch und branchenübergreifenden Dialog. Die 22. Ausgabe des SEF steht unter dem Motto «Walk the Line?». Im Rahmen der Konferenz wird der Swiss Economic Award vergeben, welcher erfolgreiche Jungunternehmen aus der Schweiz auszeichnet. Aufgrund der aktuellen Situation wurde ein detailliertes Schutzkonzept ausgearbeitet. Zusätzlich wird eine umfassende online Übertragung angeboten. Mehr zum diesjährigen SEF im Themendossier auf nzz.ch unter www.nzz.ch/sef2020.

Die Coronakrise hat durchaus auch einen positiven Einfluss auf die Schlüsseltechnologien und Geschäftsmodelle. Entwicklungschancen sehen die Befragten vor allem bei der künstlichen Intelligenz, Big Data Analytics, der individualisierten Kundensprache und der Automatisierung. Diese Prozesse wurden und werden durch die Krise stark beeinflusst und beschleunigt. Auch das Swiss Economic Forum setzt an der diesjährigen Konferenz auf diese Entwicklungschancen: Unter den Finalisten des SEF.Awards sind unterschiedliche Unternehmen, welche die Chancen der Innovation, Digitalisierung und weiterer Schlüsseltechnologien nutzen. Auch innovative KMU sind Teil des diesjährigen Swiss Economic Forum.

Optimismus als Chance für den Erfolg

Doch auch andere Themen bewegen die Schweizer Wirtschaft. «Die Befragten, die ja grösstenteils Führungsverantwortung haben, sehen die grössten Entwicklungschancen bei den KMU im Bereich Führung und Organisation. Bei den grossen Unternehmen sind die Einschätzungen zu den Rahmenbedingungen des Wirtschaftsstandortes Schweiz noch etwas positiver», wie Dr. Stefan Ryf von der Kalaidos Fachhochschule feststellt. Insgesamt sei man jedoch in allen Bereichen sehr optimistisch, dass man die Chancen, welche sich der Schweizer Wirtschaft bieten, nutzen wird.

Dieser Ansicht ist auch Prof. Dr. Christian Fichter, Forschungsleiter der Kalaidos Fachhochschule: «Die Schweizer Unternehmerinnen und Unternehmer blicken optimistisch in die Zukunft. Das ist gerade in unseren Zeiten ebenso überraschend wie ermutigend.» Zudem freut es ihn, dass die Qualität der Aus- und Weiterbildung bei den Rahmenbedingungen des Wirtschaftsstandortes Schweiz als grösste Chance für den wirtschaftlichen Erfolg der Unternehmen gesehen wird.

Auch das SEF.2020 richtet sich nach neuen Möglichkeiten und blickt in die Zukunft. Welche bleibenden Spuren hinterlässt die Pandemie? Mit dem diesjährigen Motto suchen die Teilnehmenden der Konferenz nach Möglichkeiten von neuen und alten Spuren im «Chancenland Schweiz».

Die Zusammenfassung der SEF.Studie kann hier runtergeladen werden.

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