Stimmung der KMU verdüstert sich

Die neuen Massnahmen zur Eindämmung der zweiten Coronawelle treffen vor allem personennahe Dienstleister hart. Doch auch die Industrie muss mit Einbussen rechnen.

Wegen den Corona-Massnahmen – Druckergeschäft im Kriechgang. Bild: andreas160578/Pixabay

«Durch die einschneidenden Corona-Massnahmen ist meine Druckerei weiter im Kriechgang» konstatiert ein Geschäftsführer aus der Region Thun. Treffend beschreibt auch ein Metallunternehmer aus Neuenburg die aktuelle Lage: «Die Zahlungsmoral hat im Zuge der zweiten Coronawelle abgenommen, was zu Liquiditätsengpässen führt. Die Situation gleicht einem Drahtseilakt.»

Beschäftigung ist zurückgegangen

Die pessimistische Stimmung spiegelt sich derweil auch im KMU Konjunkturindikator der Bank Raiffeisen (Raiffeisen KMU PMI), der im Oktober von 48,6 auf 46,3 Punkte gesunken ist, wider. Damit haben die vom Finanzinstitut befragten KMU im bisherigen Jahresverlauf einzig im Juni eine Zunahme der Geschäftstätigkeit gemeldet, allerdings eine enttäuschend schwache. In allen anderen Monaten schloss der Index unter 50 Punkten. Im Oktober belasteten vor allem der Rückgang der Auftragsbestände und der Produktionsvolumen die Unternehmensstimmung. Die befragten KMU meldeten aber auch eine erneute Reduktion der Beschäftigung. Damit notieren alle fünf Subkomponente des PMI unter der Expansionsschwelle von 50.

Die Eindämmungsmassnahmen treffen vor allem das Gastgewerbe und andere personenbezogene Dienstleistungen hart. Aber auch in der Industrie gibt es Unternehmen, die unmittelbar von den Corona-Massnahmen betroffen sind. Ein Käser aus Appenzell Ausserrhoden sagt beispielsweise: «Aktuell herrschen grosse Unsicherheiten im Exportgeschäft nach Deutschland und Frankreich, da viele Weihnachtsmärkte, wo traditionellerweise Schweizer Raclettekäse konsumiert wird, abgesagt werden.»

Indirekten Folgen wiegen schwer für Industrie

Noch schwerer wiegen für die Schweizer Industrie aber die indirekten Folgen der Eindämmungsmassnahmen. Die Erholung der Weltwirtschaft ist mit der zweiten Coronawelle ins Stocken geraten. Die Nachfrage nach Schweizer Exportprodukten bleibt somit vorerst deutlich hinter den Vorkrisenniveaus zurück. Das Risiko eines erneuten Konjunkturrückschlags hat zugenommen.

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