Was wir von Verschwörungstheorien lernen können

In einer Zeit, in der die meisten lieber ruhig sind, als etwas politisch Inkorrektes zu sagen, brauchen wir sie mehr denn je: Leute, die endlich mal sagen was eigentlich Sache ist. Genau das haben sich die Verschwörungstheorien prominenter Wortführer wie Attila Hildmann, Ken Jebsen oder Xavier Naidoo angeblich zur Aufgabe gemacht. Denn wenn es nach Ihnen geht, lässt sich ein Grossteil unserer Gesellschaft von Regierung und Medien für dumm verkaufen.

Dieses Jahr haben wir vieles gelernt. Unter anderem, dass es nichts gibt, was man nicht einfach so behaupten kann. Noch interessanter ist, dass sich selbst für die abstrusesten Theorien Anhänger finden lassen. In den Weiten des Internets gibt es unzählige Plattformen, auf denen jeder seine Glaubenssätze mit einem immer grösser werdenden Publikum teilen kann. Doch wie funktionieren eigentlich Verschwörungstheorien und was macht sie so erfolgreich?

Das Erfolgsrezept einer Verschwörungstheorie

Das Rezept für eine erfolgreiche Verschwörungstheorie scheint erschreckend einfach: Man beschränkt sich auf ein spezifisches Thema, klammert relevante Tatsachen aus, schafft sich eine alternative, leicht erklärbare Wahrheit und formuliert einfache Botschaften. Diese teilt man so oft es geht auf allen möglichen Kanälen. Je selbstsicherer, lauter und repetitiver das Auftreten, umso höher ist die Wahrscheinlichkeit Anhänger zu finden, die diese Botschaften für bare Münze nehmen.

Aber warum ist das so? Ein wichtiger Faktor ist, dass wir Unsicherheit nur schwer aushalten. Wir suchen ständig nach Halt und Wahrheit. Paradoxerweise sind wir gerade in unsicheren Zeiten besonders empfänglich für alternative Fakten. Um das Gefühl der Unsicherheit loszuwerden, sind wir schnell bereit neue Glaubenssätze anzunehmen – ohne diese mit dem nötigen Verstand hinterfragen. Diese Tatsache machen sich übrigens nicht nur Verschwörungstheoretiker, sondern auch Unternehmen zu Nutze.

Was nicht passt, wird passend gemacht

Unternehmen, deren Marke sich klar positioniert und Glaubwürdigkeit verkörpert, sind erfolgreich. Dass es sich dabei meist um gefühlte Wahrheiten handelt, die nur einen kleinen Teil der Realität widergeben, wird von den Konsumenten nur allzu gerne ignoriert. Wie dieses Prinzip funktioniert, zeigt ein Beispiel aus der Werbung: Ein Nahrungsmittel wird für seinen besonders tiefen Fettgehalt beworben. So entsteht bei den Konsumenten der Eindruck, es handle sich um ein besonders gesundes Produkt. Die Tatsache, dass die Menge an Zucker dafür doppelt so hoch ist, wird gekonnt weggelassen. Das ist nur eines von zahlreichen Beispielen, denen wir täglich begegnen.

Daraus lässt sich folgendes schliessen: Je einfacher und klarer die Kommunikation von Unternehmen, umso eingängiger und positiver deren Wirkung auf die Zielgruppen. Ob dabei alle Fakten oder nur halbe Wahrheiten präsentiert werden, scheint zweitrangig zu sein. Wenn man bedenkt, wie selten Botschaften tatsächlich hinterfragt werden, ist es fast ein wenig verständlich, dass Wahrheit und Transparenz gerne mal vernachlässigt werden. Oder wie sehen Sie das?

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