Workshop-basiertes Marketing: Fluch oder Segen?

Kann eine Lösung überhaupt gut sein, wenn sie nicht in einem Workshop erarbeitet wurde? Wenn es nach den meisten Unternehmen geht, lautet die Antwort wohl nein. Denn in Schweizer Firmen wird geworkshoppt was das Zeug hält. Allerdings stellen wir gerade im Marketing immer wieder fest, dass Workshops nicht in jedem Fall erfolgsversprechend sind. Worauf also kommt es an?

Die Popularität von Workshops hängt mit einer Entwicklung unserer Zeit zusammen: Bei vielen Unternehmen hat in den letzten Jahren eine Demokratisierung von Marketingentscheidungen stattgefunden. Hierarchien werden zunehmend flacher und dementsprechend weitet sich das Mitspracherecht der einzelnen Mitarbeitenden aus. In vielen Situationen ist das sicherlich sinnvoll – aber eben nicht immer. Denn, wenn jeder mitreden darf, ist es viel schwieriger eine Entscheidung zu treffen. Erst recht, wenn es darum geht pointiert, ausgefallen oder auch mal provokant zu sein.

Was wurde aus «Wer nicht wagt, der nicht gewinnt»?

Unsere Erfahrung zeigt, dass unkonventionelle Ideen in Marketing-Workshops einen schweren Stand haben. Zwar gibt es sie immer wieder, letztendlich sind sie aber nicht mehrheitsfähig. Schlussendlich gewinnt, was am wenigsten aneckt. In der Regel sind das altbewährte Ideen, die man schon mehrfach gesehen hat. Das mag zwar funktionieren, aber wenn wir ehrlich sind, richtig spannend ist das nicht!

Stellt sich die Frage: Wer ist eigentlich verantwortlich, wenn alle verantwortlich sind? Wer sorgt dafür, dass sich in Workshops eben doch mal etwas Unkonventionelles durchsetzt? Bei vielen Unternehmen scheint es auf diese Fragen offenbar (noch) keine klare Antwort zu geben.

Zahlt sich Mut im Marketing aus?

In vielen Bereichen ist es gut, angepasst zu sein. Marketing gehört allerdings eher weniger dazu. Warum? Denken Sie einmal an die letzte Werbung, die Sie richtig gut fanden. Was war daran besonders? Ich wage zu behaupten, dass sie anders war. In irgendeiner Form wurden Sie überrascht. Vielleicht war die Werbung ungewohnt frech, lustig, emotional oder sie wurde einfach sehr kreativ umgesetzt. Auf jeden Fall war sie alles andere als Standard.

Gut möglich, dass auch die Idee Ihrer Lieblingswerbung in einem Workshop entwickelt wurde. Workshops sind ja auch nichts Schlechtes. Der springende Punkt ist, dass man sich letztendlich dazu entschieden hat etwas zu wagen. Und siehe da, der Mut hat sich ausgezahlt!

Nur wenn man bereit ist, auch mal neue, unbekannte Pfade zu beschreiten, lohnen sich der Aufwand und die Kosten eines Workshops. Und genau darüber sollten sich Unternehmen einmal Gedanken machen – vielleicht im nächsten Workshop?

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